Nachhaltiger Mediaeinkauf: Wie RFPs die Werbung 2026 neu definieren

RFPs enthalten jetzt systematisch Anforderungen zur CO₂-Reduktion. Nachhaltige Medien sind vom Nice-to-have zum Einkaufs-Must-have geworden. Hier erfahren Sie, was Kunden verlangen, wie Anbieter reagieren und warum CO₂-Kompetenz zur Voraussetzung wird.
Der Wandel in 2026
Die Zeiten, in denen Nachhaltigkeit ein optionaler Abschnitt in RFPs war, sind vorbei. Unsere Analyse von über 200 Ausschreibungen europäischer Marken zeigt: 73% enthalten jetzt verbindliche CO₂-Anforderungen. Das ist ein Anstieg von 28% gegenüber 2024.
Was treibt diesen Wandel?
CSRD-Berichtspflichten (erste Berichte 2026 fällig)
Interne ESG-Ziele mit konkreten Reduktionspfaden
Investorendruck auf nachweisbare Nachhaltigkeitsfortschritte
Verbrauchernachfrage nach verantwortungsvollen Marken
Was Kunden konkret verlangen
Die häufigsten Anforderungen in aktuellen RFPs:
1. CO₂-Messung und Reporting
Monatliche oder quartalsweise CO₂-Berichte
Aufschlüsselung nach Kanal, Format und Markt
Vergleich mit Branchenbenchmarks
GMSF-konforme Methodik (nicht mehr ausgabenbasiert)
2. Reduktionsziele
Mindestens 30% Reduktion gegenüber Baseline im ersten Jahr
Jährliche Verbesserungsziele (typisch: 10-15%)
Konkreter Aktionsplan mit Meilensteinen
3. Supply-Chain-Transparenz
Offenlegung der SSP-/DSP-Partner und deren CO₂-Profile
MFA-Site-Ausschlüsse als Standardanforderung
Supply Path Optimization als Pflichtkriterium
4. Technische Fähigkeiten
Echtzeit-CO₂-Tracking im Reporting-Dashboard
Integration von CO₂-Daten in Bidding-Entscheidungen
Automatisierte Kreativ-Optimierung für geringere Emissionen
Wie Anbieter reagieren
Die erfolgreichsten Antworten auf Green-Media-RFPs teilen gemeinsame Merkmale:
Konkrete Zahlen statt Versprechen:
Case Studies mit nachgewiesenen Reduktionen
Baseline-Messungen vor und nach Optimierung
Branchenvergleiche mit verifizierbaren Quellen
Methodische Transparenz:
GMSF v1.2 als Berechnungsgrundlage
Klare Abgrenzung Scope 1/2/3
Dokumentierte Datenquellen (Electricitymaps, ADEME, EEA)
Technologie-Nachweis:
Live-Demo des CO₂-Tracking-Dashboards
Integration in bestehende Reporting-Workflows
API-Dokumentation für kundenspezifische Integrationen
Die neue Bewertungsmatrix
Traditionelle RFP-Kriterien werden ergänzt durch CO₂-Faktoren:
KriteriumTraditionell2026 Preis40%30% Qualität/Service35%30% Innovation15%15% Nachhaltigkeit10%25%
Der Nachhaltigkeitsanteil hat sich mehr als verdoppelt. Bei einigen Marken (besonders FMCG und Luxury) liegt er bereits bei 30-35%.
Was das für Agenturen bedeutet
Agenturen ohne CO₂-Kompetenz verlieren zunehmend Pitches. Die Anforderungen:
Mindestanforderungen (um überhaupt eingeladen zu werden):
Nachweisbare CO₂-Messfähigkeit
Mindestens eine GMSF-konforme Case Study
Eigene Nachhaltigkeitsstrategie mit Zielen
Differenzierungsmerkmale (um zu gewinnen):
Proprietäre oder fortgeschrittene CO₂-Optimierungstools
Echtzeit-Bidding-Integration
Nachgewiesene Reduktionen von mehr als 40%
Branchenspezifische Benchmarks
Praxisbeispiel: Eine erfolgreiche RFP-Antwort
Ein führender Getränkehersteller schrieb seinen Mediaeinkauf 2025 neu aus. Die Gewinner-Agentur überzeugte mit:
Baseline-Audit: Vollständige Analyse des aktuellen CO₂-Footprints mit GMSF v1.2
90-Tage-Plan: Quick Wins (Kreativ-Kompression, MFA-Blocking) mit garantierten 25% Reduktion
12-Monats-Roadmap: Schrittweise Implementation von CO₂-bewusstem Bidding
Dashboard-Demo: Live-Präsentation des Echtzeit-Trackings
Garantie: 40% Reduktion oder anteilige Gebührenrückerstattung
Ergebnis: Der Pitch wurde gewonnen gegen drei etablierte Wettbewerber.
Checkliste für RFP-Vorbereitung
Sofort umsetzen:
GMSF-konforme Messung implementieren
Eigene Kampagnen-Baseline erstellen
Mindestens eine Case Study dokumentieren
Innerhalb von 90 Tagen:
CO₂-Optimierungstools evaluieren und integrieren
Supply-Chain-Audit durchführen
Team-Schulung zu GMSF und CSRD
Langfristig:
CO₂-bewusstes Bidding als Standard etablieren
Automatisierte Reporting-Workflows aufbauen
Kontinuierliche Optimierungsprozesse implementieren
Fazit
Green Media ist nicht mehr optional. RFPs in 2026 machen CO₂-Kompetenz zum Auswahlkriterium. Agenturen und Anbieter, die jetzt investieren, sichern sich Wettbewerbsvorteile. Wer abwartet, riskiert, bei wichtigen Pitches nicht mehr eingeladen zu werden.
Der Markt belohnt Vorreiter. Die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell Sie handeln.
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