Den CO2-Fußabdruck digitaler Werbung verstehen - 2026

Jede digitale Werbung, die Sie schalten, erzeugt CO₂-Emissionen. Nicht metaphorisch. Buchstäblich.
Die Server, die Bid-Requests verarbeiten, die Netzwerke, die Kreativdateien übertragen, die Geräte, die Anzeigen rendern – all das verbraucht Strom. Und der Großteil dieses Stroms stammt noch immer aus kohlenstoffintensiven Quellen.
2026 ist das Verständnis des CO₂-Fußabdrucks Ihrer Werbung keine Option mehr. Hier ist, was Sie wissen müssen.
Woher kommen die Emissionen?
Digitale Werbung erzeugt CO₂ in vier Hauptbereichen:
1. Rechenzentren (40-50% der Emissionen)
Ad-Server, die Kreatives speichern und ausliefern
DSPs und SSPs, die Auktionen verarbeiten
Verification- und Measurement-Dienste
Kühlung und Infrastruktur
2. Datenübertragung (25-35%)
Netzwerkinfrastruktur (Router, Switches, Kabel)
Content Delivery Networks
Last-Mile-Übertragung zum Endnutzer
3. Endgeräte (15-25%)
Energie für das Rendering auf Smartphones, Tablets, Desktops
Display-Aktivierung
Prozessor- und Speichernutzung
4. Supply-Chain-Overhead (5-10%)
Jeder Intermediär in der Kette verarbeitet die gleiche Transaktion
Bid-Requests, die nie zu Impressions werden
Duplizierte Anfragen über mehrere SSPs
Wie viel CO₂ erzeugt eine Impression?
Die Antwort variiert erheblich:
FormatDurchschnittSpanne Display (Standard)0,5-1,0 g CO₂0,2-2,5 g Rich Media1,5-3,0 g CO₂0,8-5,0 g Video (15 Sek.)3,0-8,0 g CO₂1,5-15,0 g CTV/OTT5,0-12,0 g CO₂2,5-25,0 g
Die Spanne zeigt, warum pauschale Emissionsfaktoren nicht funktionieren. Dieselbe Video-Impression kann je nach Kreativgröße, Auslieferungsweg und Stromnetz 10x unterschiedliche Emissionen erzeugen.
Die wichtigsten Einflussfaktoren
Kreativgröße: Ein 5-MB-Video erzeugt 10x mehr CO₂ als ein 500-KB-Display. Kompression ist der schnellste Hebel.
Geografie: Eine Impression in Norwegen (fast 100% erneuerbar) erzeugt 5-10x weniger CO₂ als in Polen (kohlebasiert).
Tageszeit: Mittagsstunden mit Solarproduktion sind 20-40% CO₂-ärmer als Abendspitzen.
Supply Path: Jeder zusätzliche Intermediär erhöht Emissionen um 5-15%. Kurze Wege sind grüner.
Was das für Marken bedeutet
Eine typische Marke mit 10 Millionen Euro digitalem Mediabudget erzeugt:
Geschätzt 200-500 Tonnen CO₂ pro Jahr
Das entspricht 100-250 Transatlantikflügen
Oder dem Jahresverbrauch von 20-50 Durchschnittshaushalten
Mit optimierten Kampagnen lassen sich diese Werte um 40-60% reduzieren – ohne Performance-Einbußen.
Regulatorischer Kontext 2026
Digitale Werbeemissionen sind nicht mehr nur ein Nice-to-know:
CSRD: EU-Unternehmen müssen Scope-3-Emissionen offenlegen
SB 253: Kalifornien verlangt Offenlegung für Unternehmen über 1 Mrd. USD
RFP-Anforderungen: 73% der großen Marken verlangen CO₂-Reporting
Erste Schritte
1. Messen Sie Ihre Baseline
Sie können nicht optimieren, was Sie nicht messen. Aktivitätsbasierte Messung (GMSF v1.2) liefert die präzisesten Daten.
2. Identifizieren Sie die größten Quellen
Oft sind 20% der Kampagnen für 80% der Emissionen verantwortlich. Finden Sie Ihre High-Carbon-Aktivitäten.
3. Starten Sie mit Quick Wins
Kreativ-Kompression, MFA-Blocking und Supply-Path-Optimierung liefern schnelle Ergebnisse.
Fazit
Digitale Werbung hat einen messbaren CO₂-Fußabdruck. Die gute Nachricht: Er lässt sich signifikant reduzieren, oft mit positiven Nebeneffekten auf Performance und Kosten.
Das Verständnis dieser Zusammenhänge ist der erste Schritt. Die Messung der zweite. Die Optimierung der dritte.
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