CSRD und Werbung: Ihre Roadmap für 2026

January 6, 2026 • Carbon Intelligence Team • 3 min read
CSRD und Werbung: Ihre Roadmap für 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist keine Zukunftssorge mehr. Sie ist da. Und wenn Sie in der Werbung oder im Marketing arbeiten, betrifft sie Sie direkt.

So sieht die Lage 2026 aus: Unternehmen in ganz Europa reichen ihre ersten CSRD-Berichte ein. Die Vorreiter haben entdeckt, dass der schwierigste Teil nicht die Regulierung selbst ist, sondern die Messung der Scope-3-Emissionen aus digitaler Werbung. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie es richtig machen.

Was die CSRD von der Werbung verlangt

Die CSRD verpflichtet Unternehmen zur Berichterstattung nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Für Werbung relevant sind besonders:

ESRS E1 – Klimawandel:

  • Offenlegung aller Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2 und 3)

  • Digitale Werbung fällt unter Scope 3, Kategorie 1

  • Reduktionsziele und Maßnahmen müssen dokumentiert werden

Wer ist betroffen (nach Omnibus-I-Anpassungen, Dezember 2025):

  • Große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern

  • Börsennotierte KMUs (mit Übergangsregelungen)

  • Nicht-EU-Unternehmen mit signifikanter EU-Geschäftstätigkeit

Zeitplan nach aktueller Gesetzgebung

Bereits aktiv (seit 2025):

  • Unternehmen, die bereits unter NFRD berichteten

  • Große börsennotierte Unternehmen

Ab Geschäftsjahr 2025 (Bericht 2026):

  • Große Unternehmen über den Schwellenwerten

Ab Geschäftsjahr 2027 (Bericht 2028):

  • Alle verbleibenden berichtspflichtigen Unternehmen

Warum Werbeemissionen so schwer zu messen sind

Die größte Herausforderung für Marketing-Abteilungen:

1. Fragmentierte Datenquellen

  • Kampagnendaten verteilt über multiple DSPs, Agenturen, Plattformen

  • Keine einheitlichen CO₂-Metriken in Standard-Reporting

  • Historische Daten oft unvollständig

2. Methodische Unsicherheit

  • Ausgabenbasierte Schätzungen dramatisch ungenau

  • Unterschiedliche Tools liefern unterschiedliche Ergebnisse

  • Fehlende Standardisierung bis GMSF v1.2

3. Lieferketten-Komplexität

  • Dutzende Intermediäre pro Impression

  • Unterschiedliche Energiequellen je nach Standort/Zeit

  • Dynamische Supply Paths erschweren Nachverfolgung

Die GMSF-Lösung

Das Global Media Sustainability Framework (GMSF) v1.2 bietet erstmals eine standardisierte Methodik:

Was GMSF v1.2 standardisiert:

  • Berechnungsformeln für alle digitalen Kanäle

  • Emissionsfaktoren nach Geografie und Tageszeit

  • Supply-Chain-Berücksichtigung

  • Kreativ-Größen-Gewichtung

Warum das für CSRD wichtig ist:

  • Prüfungsfähige, dokumentierte Methodik

  • Vergleichbarkeit über Kampagnen und Jahre

  • Anerkannt von Wirtschaftsprüfern

Praktische Implementierung

Schritt 1: Bestandsaufnahme (Woche 1-2)

  • Listen Sie alle digitalen Werbekanäle auf

  • Identifizieren Sie Datenquellen für jede Plattform

  • Bestimmen Sie Datenverfügbarkeit und -lücken

Schritt 2: Tool-Auswahl (Woche 3-4)

  • Evaluieren Sie GMSF-konforme Lösungen

  • Prüfen Sie Integrationsmöglichkeiten mit Ihren DSPs

  • Klären Sie Reporting-Formate für Ihren CSRD-Bericht

Schritt 3: Baseline-Messung (Monat 2)

  • Messen Sie ein volles Quartal als Baseline

  • Dokumentieren Sie Methodik und Annahmen

  • Validieren Sie Ergebnisse mit Stichproben

Schritt 4: Integration in Workflows (Monat 3+)

  • CO₂-Tracking als Standard in Kampagnen-Setup

  • Regelmäßiges Reporting (mindestens quartalsweise)

  • Reduktionsinitiativen identifizieren und implementieren

Was in den CSRD-Bericht gehört

Minimale Anforderungen für digitale Werbung:

  • Gesamtemissionen in Tonnen CO₂e

  • Methodik-Beschreibung (GMSF v1.2 empfohlen)

  • Abdeckungsgrad (% der gemessenen vs. geschätzten Aktivitäten)

  • Vergleich zum Vorjahr

Best Practice (empfohlen):

  • Aufschlüsselung nach Kanal/Format

  • Reduktionsziele und Fortschritt

  • Beschreibung der Optimierungsmaßnahmen

  • Supply-Chain-Engagement-Initiativen

Häufige Fehler vermeiden

Fehler 1: Zu spät anfangen

CSRD-Berichte erfordern Vorjahresdaten. Wenn Sie 2026 berichten, brauchen Sie 2025-Daten. Die Zeit zum Handeln ist jetzt.

Fehler 2: Ausgabenbasierte Schätzungen

Diese überschätzen Emissionen um bis zu 450% und sind nicht prüfungsfest. Investieren Sie in aktivitätsbasierte Messung.

Fehler 3: Silodenken

Marketing, Sustainability und Finance müssen zusammenarbeiten. Datenflüsse und Verantwortlichkeiten frühzeitig klären.

Fazit

Die CSRD macht Werbeemissionen zum Berichtsgegenstand. Das ist eine Herausforderung – aber auch eine Chance. Unternehmen, die jetzt in saubere Messung investieren, positionieren sich für Compliance und entdecken oft Optimierungspotenziale, die sowohl Emissionen als auch Kosten senken.

Der Schlüssel: GMSF v1.2-konforme Messung, frühzeitiger Start und funktionsübergreifende Zusammenarbeit.

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