Das kalifornische Scope-3-Gesetz: Compliance-Leitfaden für Werbung 2026

January 8, 2026 • Carbon Intelligence Team • 3 min read
Das kalifornische Scope-3-Gesetz: Compliance-Leitfaden für Werbung 2026

Das bahnbrechende kalifornische Klimaoffenlegungsgesetz (SB 253) ist jetzt in Kraft und verpflichtet Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde Dollar Umsatz zur Berichterstattung aller Scope-3-Emissionen – einschließlich digitaler Werbung. Hier erfahren Sie, was Sie offenlegen müssen, wie Sie es berechnen und die Compliance-Roadmap für 2026.

Was SB 253 verlangt

Das Climate Corporate Data Accountability Act gilt für:

  • Unternehmen mit mehr als 1 Mrd. Dollar Jahresumsatz

  • Die in Kalifornien Geschäfte machen (auch ohne Hauptsitz dort)

  • Öffentliche und private Unternehmen

Zeitplan:

  • 2026: Scope 1 und 2 Offenlegung verpflichtend

  • 2027: Scope 3 Offenlegung verpflichtend

  • Jährliche Aktualisierung danach

Wichtig für Werbetreibende: Digitale Werbung fällt unter Scope 3, Kategorie 1 (Eingekaufte Waren und Dienstleistungen). Das bedeutet: Alle Emissionen aus programmatischen Kampagnen, Social-Media-Werbung und digitalen Mediaeinkäufen müssen erfasst werden.

Warum Werbung unter Scope 3 fällt

Scope 3 umfasst alle indirekten Emissionen in der Wertschöpfungskette. Digitale Werbung erzeugt Emissionen durch:

  • Rechenzentren: Server, die Bid-Requests verarbeiten, Kreatives speichern und Ads ausliefern

  • Datenübertragung: Netzwerkinfrastruktur für die Übermittlung von Anzeigen

  • Endgeräte: Anteilige Energie für das Rendering auf Nutzergeräten

  • Intermediäre: SSPs, DSPs, Ad-Server, Verification-Tools

Eine typische Marke mit 50 Mio. Dollar Werbebudget erzeugt zwischen 1.000 und 5.000 Tonnen CO₂ jährlich allein durch digitale Werbung.

Die Herausforderung der Messung

Das Gesetz verlangt “reasonable assurance” – das bedeutet, die Zahlen müssen verifizierbar sein. Hier liegt das Problem:

Ausgabenbasierte Methoden (nicht empfohlen):

  • Multiplizieren Werbeausgaben mit Branchen-Durchschnittsfaktoren

  • Überschätzen Emissionen um bis zu 450%

  • Entsprechen nicht den Anforderungen für “reasonable assurance”

Aktivitätsbasierte Methoden (GMSF v1.2):

  • Erfassen tatsächliche Impressions, Kreativgrößen, Übertragungswege

  • Berücksichtigen regionale Stromnetze und Tageszeit

  • Liefern verifizierbare, prüfungsfähige Daten

Was Sie konkret erfassen müssen

Für die Scope-3-Berichterstattung digitaler Werbung benötigen Sie:

1. Kampagnendaten

  • Anzahl der Impressions nach Kanal

  • Dateigröße der Kreativformate

  • Geografische Verteilung der Auslieferung

  • Zeitliche Verteilung (für Netz-Intensitätsberechnungen)

2. Supply-Chain-Daten

  • Verwendete SSPs und DSPs

  • Anzahl der Intermediäre im Auslieferungspfad

  • Rechenzentrum-Standorte der Partner (wenn verfügbar)

3. Emissionsfaktoren

  • Regionale Stromnetz-Intensitäten (gCO₂/kWh)

  • Data-Center-Effizienz (PUE-Werte)

  • Netzwerk-Energieverbrauch pro GB

Compliance-Roadmap für 2026

Q1 2026: Vorbereitung

  • Audit der aktuellen Datenerfassungsprozesse

  • Identifikation von Datenlücken

  • Auswahl einer GMSF-konformen Messlösung

Q2 2026: Baseline-Messung

  • Erfassung historischer Kampagnendaten (2025)

  • Berechnung der Baseline-Emissionen

  • Dokumentation der Methodik für Prüfer

Q3 2026: Prozesse etablieren

  • Integration der CO₂-Messung in Kampagnen-Workflows

  • Automatisierte Datenerfassung einrichten

  • Interne Reporting-Prozesse definieren

Q4 2026: Vorbereitung Scope-3-Bericht

  • Konsolidierung aller Daten

  • Interne Qualitätsprüfung

  • Vorbereitung für externe Assurance

Strafen bei Nicht-Compliance

SB 253 sieht empfindliche Strafen vor:

  • Bis zu 500.000 Dollar pro Jahr bei falscher oder fehlender Berichterstattung

  • Öffentliche Nennung nicht-konformer Unternehmen

  • Potenzielle Haftungsrisiken durch Investoren und Verbraucher

Wie Carbon Intelligence hilft

Unsere Plattform bietet alles, was Sie für die SB-253-Compliance benötigen:

  • GMSF v1.2-konforme Messung: Aktivitätsbasierte Berechnung mit über 1.000 Variablen

  • Automatische Datenerfassung: Integration mit allen gängigen DSPs und Reporting-Tools

  • Audit-Trail: Vollständige Dokumentation für externe Prüfer

  • Historische Analyse: Rückwirkende Berechnung für Baseline-Erstellung

Über Kalifornien hinaus

SB 253 ist nur der Anfang. Ähnliche Regelungen sind in Vorbereitung:

  • EU CSRD (bereits in Kraft, erste Berichte 2025-2026)

  • SEC Climate Disclosure Rules (in Überarbeitung)

  • Weitere US-Bundesstaaten mit eigenen Initiativen

Unternehmen, die jetzt für SB 253 vorbereitet sind, haben einen Vorsprung für kommende Regulierungen weltweit.

Fazit

Das kalifornische Scope-3-Gesetz macht die Messung von Werbe-Emissionen zur Pflicht für große Unternehmen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Methodik (GMSF v1.2) und den passenden Tools ist Compliance machbar – und oft auch wirtschaftlich sinnvoll, da CO₂-Optimierung häufig mit Kostenersparnis einhergeht.

Warten Sie nicht bis 2027. Beginnen Sie jetzt mit der Vorbereitung.

Für einen umfassenderen Blick auf die US-Regulierungslandschaft und wie andere Bundesstaaten Californiens Vorbild folgen, lesen Sie unsere Analyse US-Klimapolitik 2026: Was Trump für Carbon-Messung in der Werbung bedeutet →

Compliance-Beratung vereinbaren →

Carbon Intelligence bietet SB-253-konforme CO₂-Messung für digitale Werbung mit vollständiger Dokumentation für Audits und externe Assurance.

#California #Scope 3 #compliance #regulation #US law

Bereit, den CO₂-Fußabdruck Ihrer Werbung zu reduzieren?

Schließen Sie sich führenden Marken an, die digitale Werbung nachhaltiger machen